Die Kette der Gewerke
Zuerst stehen die nicht tragenden Wände, dann laufen Elektro- und Sanitärleitungen darin. Es folgen Innenputz oder Beplankung, danach der Estrich mit seiner Trocknungszeit, dann Bodenbeläge, Türzargen und zum Schluss Malerarbeiten. Wer diese Kette verkürzen will, bezahlt es später mit Rissen oder Feuchtigkeit unter dem Belag.
Der Estrich ist dabei der Taktgeber. Ein Zementestrich braucht abhängig von Dicke und Klima mehrere Wochen bis zur Belegreife, und diese Reife wird gemessen, nicht geschätzt. Ein Calciumsulfatestrich trocknet schneller, verträgt dafür keine dauerhafte Feuchtebelastung.
- Trennwände und Vorsatzschalen stellen
- Elektro- und Sanitärleitungen einbringen
- Putz oder Beplankung ausführen
- Estrich einbauen und Belegreife messen
- Böden, Türen und Malerarbeiten abschließen
Was beim Innenausbau in Würzburg oft unterschätzt wird
Der Schallschutz. Eine einfach beplankte Ständerwand trennt Räume optisch, aber kaum akustisch. Zwischen Schlafzimmer und Wohnraum lohnt sich eine zweilagige Beplankung mit Dämmung im Ständerwerk und entkoppelten Anschlüssen – der Aufpreis ist gering, der Unterschied im Alltag erheblich.
Der zweite Punkt sind Befestigungspunkte. Hängeschränke, Waschtische, Fernseher, Handläufe – überall dort, wo später Lasten hängen, gehören Traversen oder Einbauplatten in die Wand, bevor sie geschlossen wird. Nachträglich ist das aufwendig und selten so tragfähig.
Grundriss ändern, ohne die Statik zu berühren
Vieles lässt sich mit nicht tragenden Wänden lösen: Räume teilen, Nischen schaffen, Vorsatzschalen für Installationen setzen. Solange keine tragende Wand betroffen ist, braucht es dafür keinen Tragwerksplaner und in der Regel keine Genehmigung.
Sobald aber eine Wand entfernt oder eine Öffnung vergrößert werden soll, ist zuerst zu klären, ob sie trägt. In Altbauten ist das nicht immer offensichtlich. Wir prüfen das vor der Planung, statt es auf der Baustelle festzustellen.
