Wann eine Kernsanierung die richtige Entscheidung ist
Sie lohnt sich, wenn mehrere große Posten gleichzeitig anstehen: Die Elektrik ist am Ende, die Wasserleitungen setzen sich zu, die Bäder müssten ohnehin raus und der Grundriss passt nicht mehr zur Nutzung. In dieser Konstellation ist der Rückbau bis auf den Rohbau günstiger, als jedes Gewerk einzeln in gewachsenen Bestand einzupassen.
Sie lohnt sich nicht, wenn im Wesentlichen die Oberflächen stören. Neue Böden, frische Wände und ein neues Bad sind keine Kernsanierung, sondern eine Renovierung – und sollten auch nicht wie eine Kernsanierung kalkuliert werden.
- Haustechnik durchgehend am Ende der Nutzungsdauer
- Grundriss passt nicht mehr zur Nutzung
- Mehrere Gewerke stehen ohnehin gleichzeitig an
- Objekt steht leer oder kann geräumt werden
Statik: was stehen bleiben muss
Vor dem ersten Abbruch muss klar sein, welche Wände tragend sind. In Altbauten ist das nicht immer offensichtlich – manche Wand aus Vollziegel trägt nichts, manche dünne Wand nimmt eine Deckenlast auf. Wo Öffnungen vergrößert oder Wände entfernt werden sollen, gehört ein Tragwerksplaner eingeschaltet, der die Lastabtragung rechnet und den Sturz dimensioniert.
Diese Prüfung ist kein optionaler Kostenpunkt. Sie steht am Anfang, weil sie über den Grundriss entscheidet – und weil ein nachträglich eingezogener Unterzug deutlich teurer ist als einer, der von vornherein eingeplant war.
Der Ablauf einer Kernsanierung in Würzburg
Nach der Bestandsaufnahme und der statischen Prüfung folgt der Rückbau. Dabei wird schadstoffhaltiges Material getrennt erfasst und gesondert entsorgt. Anschließend entsteht der neue Grundriss im Rohbau, danach kommen Rohinstallation von Elektrik, Wasser und Heizung, Innenputz, Estrich, und erst zum Schluss die Oberflächen.
Jeder dieser Schritte hat Trocknungs- und Wartezeiten. Ein Kalkzementputz braucht Zeit zum Abbinden, ein Zementestrich mehrere Wochen bis zur Belegreife. Diese Zeiten lassen sich nicht verkürzen, aber sinnvoll überlappen – etwa indem in einem Geschoss verputzt wird, während im anderen bereits der Estrich trocknet.
Kosten und Bauzeit realistisch einschätzen
Eine Kernsanierung ist der aufwendigste Weg, ein Gebäude herzurichten, und liegt in der Größenordnung nicht selten im Bereich eines Neubaus – ohne dessen Freiheiten, dafür mit dem Vorteil der bestehenden Lage und Kubatur. Die Bauzeit beträgt bei einem Einfamilienhaus meist sechs bis zwölf Monate. Wer diese Zahlen von Anfang an kennt, trifft eine bessere Entscheidung als jemand, dem sie erst im dritten Monat begegnen.
