Zuerst die Ursache, dann die Oberfläche
Abplatzender Putz hat immer einen Grund: aufsteigende Feuchte im Sockel, ein defektes Fallrohr, eine undichte Fensterbank, Salze im Mauerwerk oder eine Bewegung im Untergrund. Wird nur neu verputzt, kommt der Schaden an derselben Stelle wieder.
Deshalb beginnen wir mit einer Bestandsaufnahme: Wo sind die Schäden, in welcher Höhe, auf welcher Gebäudeseite? Die Wetterseite zeigt andere Bilder als der Sockel, und beide verlangen andere Maßnahmen. Eine Haftzugprüfung sagt, ob der vorhandene Putz als Untergrund taugt.
- Schadensbild je Gebäudeseite aufnehmen
- Haftfestigkeit des Altputzes prüfen
- Sockel, Fensterbänke und Entwässerung kontrollieren
- Risse nach Ursache bewerten
- Putz- und Beschichtungssystem darauf abstimmen
Welche Systeme zum Bestand passen
Der neue Putz muss zum Untergrund passen. Auf historisches Mauerwerk gehört ein Kalkputz, der Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt. Ein dichter Kunstharzputz auf einer solchen Wand sperrt die Feuchtigkeit ein und führt zu Abplatzungen – häufig erst nach zwei bis drei Wintern.
Beim Anstrich gilt dasselbe. Silikat- und Kalkfarben sind diffusionsoffen und passen zu mineralischen Untergründen. Dispersionsfarben bilden einen dichteren Film, der auf modernem Putz funktioniert, auf altem Mauerwerk aber Probleme macht.
Was eine Fassadensanierung in Würzburg zusätzlich klären sollte
Wenn ohnehin ein Gerüst steht, lohnt der Blick auf alles, was nur vom Gerüst aus erreichbar ist: Fensterbänke, Rollladenkästen, Dachrandanschlüsse, Regenrinnen und Fallrohre. Diese Bauteile später einzeln zu erneuern kostet jeweils ein neues Gerüst.
Auch die Frage einer Dämmung stellt sich an dieser Stelle. Wenn der Putz ohnehin erneuert wird, ist der Aufpreis für ein Wärmedämmverbundsystem deutlich geringer als bei einer eigenständigen Maßnahme – und die Förderung kommt in Betracht.
